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Die «Causa Glarner» hat das Thema Schuldispensation an hohen religiösen Feiertagen wieder ins öffentliche Medieninteresse gerückt. Nicht zum ersten Mal hat sich der «Lieblingspolitiker» der Musliminnen und Muslime im Aargau, Andreas Glarner, aus Oberwil-Lieli und seines Zeichens SVP-Nationalrat, durch eine geschickte Kombination von Unwissenheit, Provokation und messerscharfem Kalkül medienwirksam in Szene gesetzt und dadurch die Aufmerksamkeit der Medien und der Öffentlichkeit auf sich gezogen.

Man erinnere sich:

Am 4. Juni 2019 veröffentlichte Glarner einen Post auf seinem Facebook-Account, mit der Aufforderung, einer jungen Zürcher Lehrerin seine Meinung kund zu tun. Dazu hatte er auch noch die private Handy-Nummer seines Opfers gezeigt und somit öffentlich zum Stalking aufgerufen. Und was war das «Vergehen» der Lehrerin? Sie hatte die Eltern muslimischer Schülerinnen und Schüler in einem Brief darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Kinder Anspruch auf einen Urlaubstag für das anstehende Ramadanfest hätten und dass sie dazu ein Gesuchsformular ausfüllen müssten.

Dass dies so im Zürcher Schulregelement  festgeschrieben ist, störte den Aargauer Nationalrat und SVPler Glarner wohl nicht weiter. Auf NZZ online vom 5.6.2019 ist dazu zu lesen: «Ein Gentleman ist, wer sich beim Gähnen im Dunklen die Hand vor den Mund hält. SVP-Nationalrat Andreas Glarner ist trotz Anzug und Krawatte das Gegenteil eines Gentlemans: ein Rüpel, der sein Maul dann am allerwenigsten im Griff hat, wenn er sich vor breitem Publikum weiss.» 

In der Sendung «SonnTalk» auf TeleZüri vom 9. Juni 2019 entschuldigte sich Glarner dann später, dies aber auch nur halbherzig. Denn gleichzeitig verbreitete er weitere Falschinformationen: Nur muslimische Schüler dürften an hohen religiösen Feiertagen freinehmen, behauptete er (siehe dazu SRF online vom 10.6.2019). Offensichtlich hält es Glarner nicht für nötig, sich vorab zu informieren. Ist dies eines Schweizer Nationalrates würdig?  Und was tut die die SVP-Führung? Sie schweigt, wie meistens in solchen Fällen.

Aber auch unter Musliminnen und Muslime hat die ganze Affäre für Unsicherheit gesorgt. Wir haben daher die rechtlichen Grundlagen in den Kantonen Aargau und Zürich erarbeitet und in einem eigenen Beitrag erläutert. Damit sollte nun diesbezüglich Klarheit herrschen.

Am 6. Mai 2019 hat der Ramadan, der 9. Monat im islamischen Mondkalender, begonnen.

Es handelt sich um eine ganz spezielle Zeit im jährlichen Lebensrhythmus der Musliminnen und Muslime. Einerseits wurde in diesem Monat das heilige Buch, der Qur’an, auf die Erde herabgesandt (siehe Qur’an, Sura 2, Vers 185).

Andererseits begeben sich die Musliminnen und Muslime durch das tägliche Fasten von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang in einen besonderen spirituellen Zustand. Sie unterziehen sich einer inneren Reinigung, indem sie sich noch mehr als sonst auf ihren Schöpfer, Allah, konzentrieren und sich vermehrt dem Gebet, Seiner Lobpreisung und der Rezitation des Qur’an widmen und sich selbst zur Rechenschaft ziehen.

Neben dieser spirituellen Reinigung wird auch der Körper der Fastenden gereinigt, entschlackt und entgiftet. Und durch die persönlicher Erfahrung von Hunger und Durst wird auch die Empathie mit den Notleidenden und Armen auf dieser Welt gestärkt. Nicht zuletzt darum wird im Ramadan mehr als sonst gespendet und wird die Zakat, die jährliche Armensteuer, entrichtet.

Erfahren Sie im Einführungsartikel zum Fasten im Ramadan auf islam.ch noch mehr über die Besonderheiten dieses Monats. Und hier kann eine Broschüre mit 25 Fragen zum Fasten im Ramadanheruntergeladen werden.

Wir wünschen allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten Fastenmonat voll mit Allahs Barmherzigkeit und Segen.

Am 6. Mai 2019 hat der Ramadan 2019/1440 begonnen.

Wir wünschen allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten Fastenmonat.

Am Ostersonntagmorgen ereigneten sich auf der Inselnation Sri Lanka gezielte Anschläge auf Reisende und Betende in Hotels und Kirchen. Mehr als 200 Menschen kamen bei den zeitgleich gezündeten Explosionen ums Leben, darunter mehrere hundert Verletzte, so die offiziellen Zahlen.

Der Verband Aargauer Muslime verurteilt diese unfassbaren, abscheulichen und feigen terroristischen Attacken und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufs Schärfste. Wir sind bestürzt und in tiefer Trauer, und unsere Gedanken, Gebete und unsere Solidarität gelten den Opfern und ihren Angehörigen und Nahestehenden.

«Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!

Wenn jemand einen Menschen tötet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit getötet! Und wer einem Menschen das Leben rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet!»

(Koran 5:32)

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