Hafiz Muatesim el Aseli eröffnete mit einer berührenden Qu’rân Rezitation das Fest. Anschliessend begrüsste Dr. Halit Duran, unser VAM-Präsident, die Gäste und unterstrich in seiner Rede die Wichtigkeit der Integration der Muslime in der Schweiz und die Bedeutung des Friedens.


Der Bosnische Chor „El Kadr“ untermalte das Ganze mit schönen Islamischen Liedern. Es folgten eindringliche Worte von Imam Nehat Ismaili, Präsident der Union der Albanischen Imame in der Schweiz. Er lobte Allah und dankte Ihm für diesen Tag, der ein grosser Tag für die Muslime im Kanton Aargau sei. Sie kamen von überall her aus dem Kanton und aus allen Teilen der Welt. Er sprach davon, wie wichtig die Erhaltung unserer Werte für unser aller Leben ist. Werte wie Ehrlichkeit, die Anbetung Gottes, moralische Werte, die Erziehung unserer Kinder. „We are all Muslims allhamdulillah“.Mit diesen schönen Worten erfreuten uns ein Indonesischer Kinderchor, bevor Dr. Muris Puric, Imam der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken des Kantons Aargau, eine weitere beeindruckende Ansprache hielt, in welcher aktuelle Themen wie die Erziehung und Zukunft der Kinder, Beziehungen zu Nachbarn und Eltern sowie die Notwendigkeit eines Altersheimes für die Muslime in der Schweiz zur Sprache kamen.


Imam Fatih Gümüs von der Moschee Döttingen betonte in seiner Rede die Rechte der Nachbarn. Gleich nach den Rechten unserer Familie sind es diejenigen unserer Nachbarn, die wir zu beachten haben. Sie sind es, die uns in schwierigen Zeiten als Erste zu Hilfe eilen und auch darüber hinaus Freud wie Leid mit uns teilen. Im Koran werden wir gemahnt, alle unsere Nachbarn, verwandte wie nicht verwandte und nahe wie ferne, gut zu behandeln: “Dient Allah und gesellt Ihm nichts bei. Und seid gütig zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, den nahen und den fernen Nachbarn ...”

 

Mit berührenden, nachdenkliche Worten und schönen islamischen Gesängen gingen wir in der Mittagpause zum Beten, essen, plaudern und Spielen.

Mit viel Sorgfalt und Liebe hatten die Frauen verschiedenster Herkunft ein herrliches, farbiges und einladendes Buffet vorbreitet, sodass sich der Saal im Erdgeschoss bald füllte und sich jeder sein Essen selbst zusammenstellen konnte. Bei all den verlockenden Angeboten war die Wahl alles andere als einfach. Schliesslich kamen alle auf ihre Kosten und genossen das feine Essen. Dank harter Knochenarbeit unseren lieben muslimischen Frauen durfte nicht nur unser Gaumen sich erfreuen, sondern auch der VAM-Kassierer, weil die ganzen Einnahmen aus dem Verkauf von der Frauen dem VAM gespendet wurden. Einen herzlichen Dank und JazakAllahu khairan!


Sogar die Sonne blinzelte hinter den Wolken hervor, dadurch wurde es möglich, das Mittagsgebet draussen im Garten zu verrichten.


Die langen Schlangen von Jugendlichen und Kindern vor dem Smart Autosimulator und dem elektronischen Memoryspiel waren kaum zu übersehen. Hier konnte man genau beobachten, dass die muslimischen Jugendlichen die gleichen Bedürfnisse haben, wie ihre nicht muslimischen Kollegen und Freunde. Attraktionen wie diese sind ein Bedürfnis und brauchen die volle Unterstützung von uns Erwachsenen.


Mit einem Lied des Bosnischen Chores begann um 14:00 der zweite Teil des Festes mit Qu^ran- und Moscheewettbewerb.


Moscheen in Aarburg, Döttingen, Kirchdorf, Rheinach und Oberentfelden wurden auf grosser Leinwand mit Bild und Ton vorgestellt. So bekamen wir einen Einblick in die jeweiligen Räumlichkeiten und einen wunder schönen Azan zu hören. Die im Qu’rânwettbwerb teilnehmenden Kinder, sowie Imame und Präsidenten der jeweiligen Moscheen wurden nach den Vorzügen ihrer Moschee befragt. Da dieser Tag schliesslich auch ein Tag der Kinder war, wurden sie uns mit Namen, persönlichen Vorlieben und Hobbies vorgestellt. Einige zählten neben Fussballspielen und schwimmen auch den Moscheebesuch als ihr liebstes Hobby auf und auf der Frage, wofür sie ihren Eltern zu Dank verpflichtet seien, antworteten alle einstimmig mit den berührenden Worten: weil sie immer für mich da sind, für mich sorgen, für mich arbeiten und mir allesgeben, was ich für mein Leben brauche.
18 Kinder, Knaben und Mädchen im Alter vom 7 bis 13 Jahren kamen in Alphabetischer Reihenfolge auf die Bühne und rezitierten unter den strengen Augen der unabhängigen Jury Suren aus dem Qu’rân. Man konnte bei jedem der Kinder spüren, wieviel Mühe sie sich gaben, wieviel Fleiss und Sorgfalt dahinter steckten. Unsere Kinder haben wirklich hart dafür gearbeitet und ihr Bestes gegeben. Dafür gebührt ihnen und ihrer Betreuer grosser Dank und ein JazakAllahu khairan!


Danach wurden drei erste Ränge, unter den Teilnehmern ermittelt. Der erste Preis ging an Selim Gökdemir(10) aus Döttingen, der zweite Preis wurde dem 12 jährigen Ismail Skaljo aus Oberentfelden überreicht und der dritte ging an Amar Selmani (9) aus Aarburg.


Da es beim Qu’rân lesen keinen Verlierer gibt und jedes Kind wirklich gut gearbeitet hat, bekamen auch alle anderen einen tollen Preis. Am diesem Samstag schickte jede Moschee 3 Kinder ins Rennen. Alle Moscheen waren hervorragend und lagen in der Schlussbewertung dicht beieinander. Leider konnte nur eine Moschee mit der maximalen Punktzahl erster werden. Die 3 Kinder aus der Moschee Döttingen erzielten zusammengezählt die höchste Punktenzahl, somit erhielt die Moschee Döttingen den 1. Preis des VAM- Qu’rânwettbewerbs 2016.


Wir sassen in der warmen Löwenscheune in Wettingen und genossen den schönen Tag. Wie konnten wir da die notleidende Bevölkerung und die Flüchtlinge in Syrien vergessen? Um den in Notgeratenen Geschwistern in Syrien zu helfen, wurde eine schöne in Holz geschnitzte Arabische Kalligraphie versteigert. Mit satten 700 Franken wurde das Bild dem neuen stolzen Besitzer übergeben. Bravo! und ein JazakAllahu khairan!


Der Zuschauer-Wettbewerb war mit über 300 eingereichten Bogen ein voller Erfolg. Der Gewinner durfte ein Samsung Tab aus dem Hand von Imam Nehat Ismaili im Empfang nehmen.


Inzwischen Zeit zeigte die Uhr 18:00 Uhr. Mit einem Dankesgebet sowie Duaa endete ein wundervoller und unvergesslicher Tag, nach dem alle zufrieden und innerlich bereichert wieder nach Hause gingen, irgendwo im Kanton Aargau.